Pressestimmen

"Harburger Anzeigen und Nachrichten" 7.12.2004 und 11.1.2005

Chöre machten gemeinsame Sache
„Weihnachtsoratorium“ in Hausbruch


von Traute Scheuermann

Hausbruch. Die Thomaskirche in Hausbruch ist bekannt für gute, solide Kirchenkonzerte auf hohem Niveau. Auch in diesem Advent dirigierte der musikalische Leiter Willi Nolte wieder ein festliches „Weihnachtsoratorium (Kantate I bis III) von Johann Sebastian Bach.

Dabei machten seine Thomaskantorei Hausbruch und die Kantorei St. Nikolai Finkenwerder „gemeinsame Sache“ – für beide Chöre ein Gewinn. Für einen Chor allein ist der Aufwand zu groß und die Kosten zu hoch. Nolte vereinte die Sängerinnen und Sänger bruchlos zu einem homogenen Ensemble. Sauber, sicher und von strahlender Prägnanz war die Ausfühung.

Die Sopran-Solistin wird im „Weihnachtsoratorium“ von Bach etwas stiefmütterlich behandelt. Deshalb vielleicht hatte Nolte in der ersten Kantate eine Sopran-Arie aus der Kantate 151 von Bach eingeschoben, die sich textlich sehr schlüssig einfügte. Sie gab Ellen Borck Gelegenheit, ihren hellen, gradlinigen Sopran einmal mehr zu Geltung zu bringen. Je höher die Tonlage, desto wohler schien sie sich zu fühlen. Winfried Adelmann sang einen untadeligen Evangelisten und meisterte auch die von Tenören wegen der Koloraturen gefürchtete Arie „Frohe Hirten“ bravourös.

Stefan Krämer (Bass) wirkte bei den hohen Tönen etwas angestrengt, fügte sich aber ansonsten glänzend in das Solisten-Quartett ein.

Ein Genuß war es, Gesine Grube zuzuhören. Ihre drei großen Arien gestaltete sie mit ihrem warmen, reizvoll timbrierten Alt absolut sicher im Ausdruck. Höhen und Tiefen waren gleichermaßen edel geführt.

Das Kantatenorchester der Thomaskirche begleitete mit ausgezeichneten Instrumentalsolisten, allen voran und stellvertretend seinen Turo Grolimund (Soloflöte) und Ilie Muntean und sein Trompetenensemble genannt.

Das konzentriert lauschende Publikum in der voll besetzten Thomas-Kirche spendete am Ende reichlich und herzlich Beifall für eine gelungene Aufführung.
 

Späte Weihnacht in Hausbruch

Die Thomaskantorei sang Bach

Von Jan-Barra Hentschel

Hausbruch. Mancherorts dauert Weihnachten eben ein bisschen länger – so auch in Hausbruch. Erst am zweiten Sonntag des neuen Jahres erklang in der Thomaskirche (lange Striepen 3a ) der zweite Teil des Weihnachtsoratoriums – also die Kantaten IV bis VI – von Johann Sebastian Bach. Diese eher selten aufgeführten Hälfte des Bach’schen Dauerbrenners war für die Thomaskantorei natürlich eine extreme Herausforderung – doch die Amateursängerinnen und -sänger schlugen sich tapfer. Daß nicht jeder Einsatz blitzsauber erfolgte und dass der Chor in mach schwierigen Passagen leicht ins „Schwimmen“ geriet, war zu entschuldigen – die drei mächtigen Eingangschöre haben es wahrlich in sich.

Mit erstaunlich zügigen Tempi steuerte Kantor Willi Nolte „seinen“ Chor und das solide Kantatenorchester der Thomaskirche souverän durch die Partitur: faszinierend der tänzerisch-federnde Rhythmus der „weltlichen“ Abschnitte. So wurde die sakrale Aura immer wieder geschickt durchbrochen, ohne dass die feierliche Stimmung darunter litt.

Im Gesangsquartett stachen die Damen die Herren aus. Ellen Borck überzeugte mit hellem, dramatisch gefärbtem Sopran, berückend ihre Arie „Nu ein Wink von seinen Händen“ (Teil VI). Gesine Grube holte mit herrlich dunklem Timbre alles aus ihrer – anders als in den Teilen I bis III – von Bach unterbeschäftigten Alt-Partie heraus. Stefan Krämers Baß klang eine Spur zu farblos, und Winfried Adelmann (Tenor) kämpfte unverdrossen gegen seine leicht Indisposition an.

Einmal musste er sogar kurz abbrechen – doch die Stimme hielt bis zur kraftraubenden letzten Arie „Nun mögt ihr stolzen Feind schrecken“

Das nächst Projekt der Thomaskantorei ist Mozarts Requiem am Sonntag, 6.November.


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